Aufgabenblatt zur Internetralley
1. Recherchieren Sie Online-Angebote, die speziell für Jugendliche mit Migrationshintergrund entwickelt worden sind bzw. diese ansprechen sollen.
Aktiv für Kinder (sehr bedingt, da nicht speziell für Migranten o.ä.)
2. Setzen Sie sich mit den folgenden Begriffen mit Hilfe des Internets kritisch auseinander und begründen Sie, welche Bezeichnung Ihnen für das Seminarvorhaben am ehesten passend erscheint:
Gastarbeiterliteratur
Der Begriff Gastarbeiterliteratur bezeichnete in den 1970er und 1980er Jahren die Literatur, die von ausländischen Schriftstellern in Deutschland, Österreich und der Schweiz geschaffen wurde. Der Terminus lehnt sich an die Tatsache an, dass man ab 1955 Arbeitsmigranten in großer Zahl in die deutschsprachigen Länder geholt hat und diese als Gastarbeiter bezeichnete.
Die Autoren und Autorinnen der Gastarbeiterliteratur entstammten bereits zu Beginn keinesfalls nur ihren Reihen. Dieses außerliterarische Kriterium zur Beschreibung von Literatur stand auch von Anfang an unter kritischer Beobachtung. Aus den Reihen der Schriftsteller selber machten sich besonders die theoretisch führenden Mitglieder des PoLiKunstvereins, der von 1980 bis 1987 existierte, für diese Bezeichnung stark. Es waren Franco Biondi, Rafik Schami, Jusuf Naoum und Suleman Taufiq, die in einer Fußnote zu ihren Literatur der Betroffenheit. Bemerkungen zur Gastarbeiterliteratur auf die Ironie der Bezeichnung hinwiesen. Gäste ließe man normalerweise nicht arbeiten, auch blieben Gäste nicht so lange wie die Gastarbeiter, die sich in zunehmendem Maße im Lande niederließen, statt es nach einer kürzeren Zeit wieder zu verlassen, wie ursprünglich seitens der Industrie und Politik geplant.
Als Kennzeichen einer Gastarbeiterliteratur galt aus der Sicht der anfänglichen deutschen Rezeption die Tatsache, dass sie von fremdsprachigen Autoren auf Deutsch als Fremdsprache geschaffen wurde. Eine erweiterte Sicht der Dinge schließt aber auch sowohl in verschiedenen Fremdsprachen entstandene, dann ins Deutsche übersetzte Literatur von Migranten und Literatur von migrierten Autoren aus deutschsprachigen Minderheiten der verschiedensten Länder ein.
Migrantenliteratur (besser passend zu dem Seminar, da Autoren ja Schichtenunabhängig sind)
Migrantenliteratur ist einer der neueren Begriffe, die dazu benutzt werden, die Literatur zu bezeichnen, die von Autorinnen und Autoren geschaffen wird, die selbst oder zusammen mit ihren Eltern in ein zunächst fremdes Land migriert sind. Mit der Veränderung des Wohnortes geht bei diesen Autoren meist ein Sprachwechsel und/oder ein Nationalitätswechsel einher. Der Begriff ist teilweise deckungsgleich mit dem Begriff Gastarbeiterliteratur, ohne jedoch eine Zugehörigkeit der Autoren zur Schicht der Arbeiter vorauszusetzen. Einzig die Migration wird im Begriff Migrantenliteratur fokussiert. Auch dieser Begriff ist innerhalb der diesbezüglichen Literaturforschung nicht unumstritten und findet gleichzeitig mit mehreren anderen Verwendung.
Ein Sonderfall der Migrantenliteratur ist die Exilliteratur. An ihr sind nicht selten Einflüsse des exilgebenden Landes auszumachen, aber häufig sind die Werke auch unabhängig vom Aufenthaltsort der Autoren allein vom Exil geprägt und können daher nicht in jedem Fall unter den multikulturellen Literaturen subsumiert werden. Die Übergänge zwischen Emigration, Exil, Remigration und Weitermigration sind jedoch sowohl biographisch als auch thematisch häufig fließend, und nicht wenige Exiltexte loten den Zwischenraum zwischen den Kulturen aus.
4. Definieren Sie den Terminus „Schüler mit Migrationshintergrund“.
Beispiellink:
Schüler mit Migrationshintergrund sind Personen,
- die entweder in einem anderen Land geboren wurden und nach Deutschland eingereist sind und hier ihren Lebensmittelpunkt haben, wie z.B. Aussiedler und Aussiedlerinnen,
- oder die in Deutschland geboren wurden und deren Eltern einen Migrationshintergrund haben.
Weiterhin sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:
- die Staatsangehörigkeit(en),
- das Geburtsland des/der betroffenen Person,
- das Geburtsland von Mutter / Vater,
- die zuhause gesprochene(n) Sprache(n),
- das Alter, in dem die/der Jugendliche nach Deutschland gekommen ist.
(Förderungsempfehlung)
5. Benennen Sie mögliche Förderkonzepte für Schüler mit Migrationshintergrund.
http://www.gutenberggs.de/schulprogramm/schulprg/IMod0224.htm
http://www.bildungsserver.de/innovationsportal/bildungplus.html?artid=382
http://www.albinus-realschule.de/Foerderkonzepte.htm
http://www.grimmschule-moers.de/index.php/forderkonzepte.html
http://www.km-bw.de/servlet/PB/-s/1a2xd5dnouz4tzg0m8k7zvlev3ulhkk/menu/1225790/
Auswertung Internetralley
1. Online-Angebote für Jugendliche mit Migrationshintergrund
Beispiel:
www.exil-club.de „Mehr erfahren über Exil, Fremdsein und Migration“, „Hier im Exil-Club erfahrt ihr etwas über Menschen aus anderen Kulturen, die bei uns leben“
⎝ Kein Angebot für Jugendliche mit Migrationshintergrund!
www.multikulti1.de
„Unsere Welt Online“
Verein im Rahmen der Initiative „die Gesellschafter“ der Aktion Mensch – Projekt: Jugendliche mit Migrationshintergrund sollen Website erstellen
Artikel auf der Website:
Jugendliche schreiben über …
- …Politik
- … ihr Heimat-/Herkunftsland
- … ihre Berufswünsche
- … ihre Zukunftsvorstellungen
- …ihre Träume
www.lift-web.de
LIFT – Online-Plattform für Jugendliche mit Migrationshintergrund (im Rahmen von „Schulen ans Netz“)
- Interaktive Lernmodule für den Unterricht
- Artikel zum Thema Berufswahl
- Familiengeschichten
2. Gastarbeiterliteratur: - Literatur von ab ca. 1955 nach D / A / S eingewanderten „Arbeitsmigranten“, sog. „Gastarbeitern“
- geschrieben sowohl auf D als auch in Muttersprache
- Begriff aber zu eng, weil Schichtszugehörigkeit definiert; und zu problematisch, weil Autoren als „Gäste“ definiert wurden
Migrantenliteratur / - Fokus auf Migration der Autoren
Migrationsliteratur:
Multikulturelle Literatur: - bezeichnet Autoren, die aus einer v. mindestens 2 Kulturräumen geprägten Sichtweise schreiben
- Inhalt: Identitäsfragen nationaler / kultureller Minderheiten in e. Mehrheitsgesellschaft
→ Begriff umfasst sowohl ethnische Herkunft der Autoren als auch Inhalte, insofern der passendste & „politisch korrekteste“ Begriff
3. (Book-Slam)
4. Definition „Migrationshintergrund“
http://www.network-migration.org/miginfo/migration_und_bevoelkerung/artikel/060609.htm
„[…]zugewanderte und in Deutschland geborene Ausländer, Spätaussiedler, Eingebürgerte mit persönlicher Migrationserfahrung sowie deren Kinder, die selbst keine unmittelbare Migrationserfahrung aufweisen. Personen mit Migrationshintergrund sind entweder selbst zugewandert oder gehören der 2. Bzw. 3. Generation an.“
Wikipedia – Definition des statistischen Bundesamtes:
- Seit 1950 zugewanderte Ausländer und ihre Kinder
- In Deutschland geborene Ausländer, seit 1950 zugewanderte im Ausland geborene Deutsche deren Eltern nach 1950 zugewandert sind
- Spätaussiedler
5. Förderkonzepte für Schüler mit Migrationshintergrund
(1) Gutenberg-Grundschule, Finnentrop
- Sprachportfolio
- Sprachstandstests, Rechtschreibtests
- Sprachförderstunden, Rechtschreibförderung, LRS-Förderung etc.
- Förderung zusätzlich zum Unterricht
(2) Uni Duisburg-Essen
- bietet Förderunterricht durch Studenten
- schulbegleitende sprachliche & fachliche Förderung
- punktuelle Deutschförderung
- Schullaufbahnberatung, Berufsorientierung
- Einbezug der Muttersprachen
(3) Hamburg / Niedersachsen
- Sprachstandstests für 5-Jährige mit Ziel, möglichst frühzeitig zu fördern (HH)
- „Screening“, ca. 1 Jahr vor Einschulung (NS)